Stadt Holzgerlingen
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Arbeitsgruppen & Ehrenamt

Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Holzgerlingen


Menschen aus verschiedenen Teilen der Erde haben ihren Lebensmittelpunkt, ihre Heimat verlassen und suchen begründeten Schutz, auch in Holzgerlingen.

Der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Holzgerlingen bietet diesen Geflüchteten Hilfe und Begleitung vor Ort an, um deren Bemühungen nach Integration in Deutschland zu unterstützen; ganz nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Der Arbeitskreis ist

  • politisch neutral
  • konfessionell ungebunden
  • ohne Rechtsform

Die zahlreichen Mitglieder des Arbeitskreises arbeiten

  • freiwillig
  • eigenverantwortlich
  • in vielfältigen Arbeitsgruppen und Aufgaben
  • ergänzen und unterstützen das Hauptamt


Die Entscheidung, welche Flüchtlinge ein Bleiberecht in Deutschland erhalten, liegt nicht im Einflussbereich des Arbeitskreises.

Wer im Arbeitskreis registriert mitarbeitet, ist während der ehrenamtlichen Tätigkeit über die Kommune bzw. den Landkreis versichert.
Der Arbeitskreis trifft sich regelmäßig, um über aktuelle Projekte und Themen zu sprechen. Bei diesen Treffen ist auch das kommunale Integrationsmanagement dabei, mit dem wir eng zusammenarbeiten.

Geflüchtete kochen Falafel beim Dankefest für die Ehrenamtlichen
Geflüchtete kochen Falafel beim Dankefest für die Ehrenamtlichen

Mitmachen & Begegnen

Integration beginnt dort, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft einander begegnen, miteinander ins Gespräch kommen oder gemeinsam an einer Sache arbeiten.

Geflüchtete sind in einem für sie fremden Land, an das sie große Hoffnung geknüpft haben und in dem sie sich zurechtfinden möchten. Aber wie soll man das tun, wenn man sich fremd fühlt und die andere Kultur nicht kennt?

Warum Begegnungen?

  • Unsicherheiten und Ängste werden abgebaut
  • Wertvolle Zeit
  • Nehmen Sie spannende, neue Erfahrungen mit

Begegnung mit geflüchteten Menschen und Mitarbeit im Arbeitskreis sind in Holzgerlingen auf vielfältige Weise möglich:

Patenschaften
Wenn man in der Fremde ankommt und sich neu orientieren muss, ist ein Ansprechpartner, dem man vertraut, von enormer Bedeutung. Aus diesem Grund sind Patenschaften zu einem unverzichtbaren Bestandteil in der Flüchtlingsarbeit geworden.

Paten

  • geben Hilfe zur Selbsthilfe 
  • begleiten u. a. bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Einkäufen
  • nehmen mit ihnen am öffentlichen Leben der Stadt teil.
  • klären praktische Fragen zum Alltag in Deutschland
  • bestimmen selbst wie viel Zeit sie dabei einsetzen möchte

Wir unterstützen die ehrenamtliche Arbeit durch Schulungen und regelmäßigen Erfahrungsaustausch bei Patentreffen. Erfahrene Mitarbeiter des Arbeitskreises stehen gerne beratend zur Seite.

In enger Absprache mit dem kommunalen Integrationsmanagement werden Einzelpersonen oder ganze Familien von den Paten betreut.

Wenn Sie dieses Vorhaben unterstützen möchten, können Sie dies durch Zeitspenden tun. Auch für Deutschunterricht suchen wir weitere Unterstützung (Siehe Kapitel Deutschkurs).

Kontakt: Susanne Schäfer, Koordination Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Holzgerlingen
Kontakt


Regelmäßige öffentliche Angebote

Außer den individuellen Kontakten haben sich in Holzgerlingen auch mehrere wiederkehrende Aktivitäten für Gruppen etabliert. Hier bietet sich Gelegenheit zur Begegnung mehrerer Menschen und auch zum Erlernen von neuen Fähigkeiten.

Fahrradwerkstatt

Fahrradwerkstatt

Mobilität ist in unserer Gesellschaft ein wichtiges Gut und ein Schlüssel um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Das günstigste und umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist dabei das Fahrrad.

Aus diesem Grund treffen sich ehrenamtliche Mitarbeiter wöchentlich in der neu eingerichteten Fahrradwerkstatt.

Hier werden gespendete Fahrräder

  • gesichtet
  • auf Verwertbarkeit geprüft
  • gute Teile ausgebaut
  • auf Verkehrssicherheit geprüft
  • gemeinsam repariert
  • für ca. 20 € Selbstbeteiligung den neuen Mitbürgern überlassen
  • nebenbei kommt man ins Gespräch
  • Hilfe zur Selbsthilfe


Wenn Du dieses Vorhaben unterstützen möchtest, kannst Du dies durch Zeit- Geld- oder Sachspenden tun.

Weitere Infos: fahrradwerkstatt@fluechtlingshilfe-holzgerlingen.de

Fahrradwerkstatt

Malort

Malort in der Berkenschule in Holzgerlingen

Malort

Der Malort wurde in den 50er Jahre von Arno Stern gegründet, ein junger Mann mit deutsch -jüdischer Herkunft. Er emigrierte mit seinen Eltern nach Frankreich, nach dem Hitler an die Macht kam. Als der zweite Weltkrieg ausbrach, flüchtete die Familie weiter in die Schweiz. Bis zum Ende des Krieges verbrachte er, zusammen mit andere 300 Menschen, seine Jugendjahre als Flüchtling, ohne Heimat.
1946 arbeitete er in einen Heim für Kriegswaisen. Dort bekam er den Auftrag diese zu beschäftigen, und er lies sie malen.

  • An den Wänden haften große, weiße Papiere
  • Im Raum steht ein Tisch - die Quelle – die Farbtöpfe mit Pinsel
  • Gemalt wird im Stehen
  • man geht zur „Quelle“ taucht ein
  • geht zur Wand
  • zu sich selbstmalt was das Herz meint
  • Unterhalten oder über Gemaltes zu sprechen ist nicht erlaubt

Er dient den Malenden:

  • wäscht verschmutzte Pinsel
  • füllt Farbe nach
  • hilft die Hand haltend (ohne Worte) beim Eintauchen in die Farbe....
  • Er ist einfach da.


So entstand der Malort.
Das Malen im Malort verfolgt keinen Zweck, weder Therapeutisch noch Didaktisch. Der Schwerpunkt liegt im Tun selbst.
Als Erzieherin interessierte mich die Entwicklung des Kindes, denn vieles kann anhand ihrer Malspuren erkannt werden, womit sie sich beschäftigen, ihre Freude und Nöte, in etwa wie alt sie sind, vor allem was ihre Seele äußert.

Arno Stern erforschte dies, denn ihm fielen die unterschiedlichen Malsymbole die immer wieder kehrten auf.  Er stellte fest, egal ob Aborigine, Indianer, Inuit, Afrikaner oder Europäer, sie alle zeigten, je nach Alter, diese Malspuren.
Das interessierte mich und ich hatte Glück in Stuttgart seine Seminare besuchen zu können.
Heute lehrt er, (hochbetagt)und seine Kinder in seinem Institut in Paris.

Ich wünsche mir, daß an den heutigen Schulen dieses Tun mehr genützt würde, zum Wohle der kommenden Generationen. Denn sie benötigen diese Seelenkräfte dringend.

Ende 2016 unterstützte ich eine Lehrerin der Vorbereitungsklasse an einem Vormittag pro Woche, damit sie mehr Zeit hat, für Kinder
mit keinerlei Deutschkenntnissen, sehr unterschiedlichem Bildungsstand, aus den verschiedensten Kulturen und Erziehungsstielen auch Traumatas.
So kamen 8 Kinder in den Malort, die andern 8 Kinder bekamen Deutschuntericht so gut es ging .

Hier war nun ein Junge von 6 Jahren. Er malte das ganze vergangene Jahr wöchentlich seine Bilder an der Wand in dunklen Feldern, Zacken oder Strichen..1-2-3- neben oder übereinnder.
Eines Tages sagte mir die Lehrerin, dass er heute den letzten Tag hier sei und morgen, die Abschiebung nach Serbien ansteht. Für seine Mutter, ihn und seine 4 Geschwister.
Die Körpersprache des Jungen zeigte was seine Seele nicht aussprechen konnte. Jedoch, heute malte er anders. Ein Bogen, groß gezogen übers ganze Papier, noch einer und noch einer. Er tauchte dicke Pinsel in die Farben des Regenbogens ein.
Farben des Friedens!!!Für mich ein Wunder. Als er fertig war sagte er:
“Morgen Serbien, tschüß“Seine Augen blieben traurig und mir fehlten die Worte. Ich konnte ihn nur drücken und mußte ihn ziehen lassen.
Stunden später kam Wut und Ohnmacht in mir auf, über all das Leid welches so viele Kinder sinnlos erleiden müssen. Und doch tröstete es mich, dass dieser Junge wenigstens für eine gewisse Zeit hier in Holzgerlingen Sicherheit & Geborgenheit erlebt hat und ich hoffe, dass der Regenbogen stehts über ihm sein möge.

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Die andere Geschichte erzählte mir ein 12 jähriges Mädchen aus Kurdistan. Sie floh mit ihrer Familie über die Türkei zur Insel Lesbos.
Die nächtliche Überfahrt zur Insel dauerte im Schlauchboot etwa 1Stunde.
„Viele Menschen waren im Schlauchboot. Nacht war es,Wind und viel schnelle Wellen.“ Erzählt sie.“Als wir am Strand durch das Wasser wateten, sah ich einen Jungen so komisch im Wasser liegen. Da kamen 2 Engel geflogen. Und der eine mit dem Stahlenkranz sagte zu dem anderen der Hörner hatte: „Schau hier liegt ein Junge, dem kannst du helfen, damit du auch wieder ein guter Engel werden kannst.“ Aber der mit den Hörner tat es nicht.“
Dieses Mädchen malte beide Engel. Sie sagte mir auch noch, dass in ihrer Kultur die Menschen glauben, dass es beide „Sorten“ von Engel gäbe. sie hoffe aber immer, nur den guten zu begegnen. Das wünsche ich ihr weiterhin auch.

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Und dann noch diese Erfahrung einer gestressten Mutter, die sich für 1 Stunde auf den Malort einlies , anstatt in Eile ein zu kaufen:
„Das war das Beste was mir heute passieren konnte, ich war auf einer Wiese mit lauter blühenden Blumen, sie dufteten sogar“ Ihr Bild sah nach Glück aus.Sie zog frohen Mutes mit ihrer Tochter weiter.

Ja, der Malort ist schon ein besonderer Ort und dass ich ihn als Dienende zeitweise leben kann, erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit.

Die Initiatorin Christine Jäckle


Christine Jäckle erklärt Kindern Holzgerlingen früher und heute

Deutsch lernen

Deutsch lernen
Der hier angebotene Deutschkurs richtet sich in erster Linie an Frauen, die nicht die Zeit oder Möglichkeit zur Teilnahme an z.B. VHS Sprachkursen haben.

  • treffen sich regelmäßig
  • in zwei Gruppen
  • in der Klemmertstraße 18
  •  jeweils dienstags und donnerstags von 9 Uhr bis 11:45 Uhr
  • Corona-bedingt sind die Gruppen im Moment nur für 3 bis 4 Frauen geöffnet

Derzeit kommen die Teilnehmerinnen aus

  • Afghanistan
  • Irak
  • Iran
  • Kamerun
  • Syrien


Für die Frauen sind unsere Treffen in diesem geschützten Raum sehr wichtig. Sie können ohne Hemmungen Deutsch sprechen üben und viele Probleme, die ihnen auf der Seele liegen, ansprechen und diskutieren. Das Hauptaugenmerk des Unterrichts liegt auf dem Sprechen der deutschen Sprache.
Wir trainieren Alltagssituationen und lernen dabei viel voneinander, wenn wir vergleichen, wie das Leben in den verschiedenen Ländern ist. Wir gehen auch immer wieder nach draußen und wenden das Erlernte an beim Einkaufen auf dem Markt, beim Erfragen des Weges zu einem Ziel oder bei einem Besuch im Café. Wir arbeiten auch mit einem anerkannten Sprachbuch und üben die deutsche Grammatik.

Immer wieder kommen auch die Anforderungen und Herausforderungen, die eine offene,
pluralistische Gesellschaft an die Menschen stellt, zur Sprache.

Weitere Bedarfe:
Einige Frauen haben noch große Defizite beim Lesen und Schreiben. Etliche dieser Frauen sind in ihrem Heimatland nur wenige Jahre oder gar nicht in die Schule gegangen. Für diese Frauen wäre eine Lesestunde sehr hilfreich.

Wir suchen tatkräftige Unterstützung von Frauen, die mit diesen Frauen lesen und schreiben üben könnten.

Kontakt: Lisa Freller-Löhr lisa.frellerloehr@gmx.de 0171 2183944

Frauen beim Zuschneiden eines Stoffes
 
 

Aktuelle Termine

Kontakt

Jochen Wacker

Sachgebietsleitung Integrationsmanagement
A.2-71

Tel.: (07031) 6808-311
Fax: (07031) 6808-99311

Anna Sommer

Integrationsmanagement
A.2-79

Tel.: (07031) 6808-310
Fax: (07031) 6808-99310

Christine Henck

Integrationsmanagement
A.2-72

Tel.: (07031) 6808-312
Fax: (07031) 6808-99312

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